Wien hat wieder drei Wagenplätze

Sep
7

Wiener Wagenplatz-Linien

Diese Webseite besteht seit der Räumung der Wagenburg Hafenstraße nur noch als Archiv.

Weiterführende Informationen zu den drei neuen Wiener Wagenplätzen sind auf den jeweiligen Seiten zu finden:

 → Treibstoff    → AKW Lobau    → Gänseblümchen  

 

Aktionstage

Dez
3

Zum Drucken pdf nehmen, zum Ändern/Übersetzen ist die OpenOffice-Datei (odg) da.

Beim Herumdingsln im OpenOffice ein Achtung: Ihr werdets wahrscheinlich andere Schriften haben, also müsst ihr euch dann leider selber welche aussuchen. Die Schriften wurden so gewählt, dass jede Platz-Gruppe einen eigenen Schriftstil erhält.
PDF-Version
ODG-Version

Lieber Weihnachtsmann…

Nov
16

wir die BewohnerInnen der Wiener Wagenplätze wünschen uns von
ganzem Herzen in Wien leben zu dürfen.
Leider haben wir in den letzten Wochen 2/3 unseres Lebensraumes verloren.
Wir wünschen uns Grundstücke denen wir vorrübergehend oder dauerhaft neues Leben einhauchen dürfen!

Aus drei mach eins

Nov
11

Wir melden uns zurück

Nov
2

Aktuelle Situation

Wir wurden unter der Androhung von polizeilicher Räumung mit Beschlagnahmung der Wägen aus der Hafenzufahrtsstraße vertrieben. In der extrem kurzen Zeit, die wir hatten um unsere Wohnräume zu retten, war es uns nicht möglich ein alternatives Grundstück zu finden und stehen daher Asyl suchend beim Wagenplatz Lobau. Bereits am ersten Morgen wurden wir von einem Mitarbeiter der MA 69 (Liegenschaftsverwaltung) davon in Kenntnis gesetzt, dass auch hier außerhalb des Wildtierzauns (Grundstücksgrenze) die Situation die gleiche wie in der Hafenzufahrtsstraße wäre.

Was die Tage geschah

Nachdem wir 15 Monate den Platz an der Hafenzufahrtsstraße bewohnt hatten, erhielten wir telefonisch die Aufforderung vom Büro Ludwig, dass wir das Grundstück sofort zu räumen hätten. Die Stadtverantwortlichen fanden es nicht der Mühe wert uns einen konkreten Termin zu nennen. Selbst auf der schriftlichen Aufforderung zur Räumung steht lapidar “sofort”. Was heißt das bitte, wenn man über ein Jahr dort wohnt? Aus informellen Kreisen der Stadtpolitik erfuhren wir, dass ein Polizeigroßaufgebot mit Beamten des Landesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, sowie ein Abschleppunternehmen bestellt sind. Der Einsatz sollte bereits Mittwochs erfolgen, damit eine Eskalation unausweichlich wäre. Da wir rechtzeitig die Presse informiert haben, passierte am Mittwoch erstmal nichts, zwei Vertreter der Stadt brachten uns schriftlich nochmals “die Aufforderung zur Räumung”.

Am Abend wurde uns vom Büro Ludwig “großzügig” eine Schonfrist von 24 Stunden zum Verlassen des Grundstücks gewährt. Thank you for nothing. Die Stadt will wohl alle in Wägenlebenden zusammen in die entlegende Lobau pferchen – ins Wildtiergehege, neben die Großbaustelle. Von Seiten des MA 69 hieß es zu einem Bewohner der Lobau “Was regen Sie sich auf? Die Baustelle ist ja nicht innerhalb des Zauns”. Die Miete ist überteuert.
Die repressive Stadtpolitik vernichtete zwei von drei Wagenplätzen in Wien, weg mit der Vielfalt, hin zur Zwangsnormierung, hier in der Lobau können wir niemanden stören, nicht mal die Baustelle.

We are pissed!

Wir haben uns die letzten Tage den Arsch aufgerissen und Tag und Nacht gearbeitet, nur damit wir Ludwigs Eskalationspolitik einen Strich durch die Rechnung zu machen (einige von uns müssen Konsequenzen für das Nichterscheinen bei wichtigen Terminen tragen). Jetzt wird es an der Zeit dass wir den Verantwortlichen der Stadt gehörig den Arsch aufreißen.

Wir, die BewohnerInnen der ehem. Wagenburg Hafenstraße, suchen ab sofort ein neues Grundstück.

Gesuch an den Bundespräsidenten

Okt
26

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

wir, die BewohnerInnen der Wagenburg Hafenstraße in der Hafenzufahrtsstraße 60, wenden uns an Sie mit der Bitte uns zu helfen. Wir möchten auf dem von uns seit 18 Monaten besiedelten Gebiet weiterhin für die Zeit des Winters bleiben dürfen.
Der Winter steht vor der Tür und der Transport unserer Wagen und unserer gemeinsamen Infrastruktur ist zu dem jetzigen Zeitpunkt kaum möglich. Ein passendes Ausweichgrundstück haben wir nicht zur Verfügung und die logistische Abwickelung des Umzugs ist nur mit ausreichender Vorbereitungszeit möglich. Wir, die 13 BewohnerInnen, fürchten in den nächsten Tagen polizeilich geräumt zu werden und würden dadurch in unseren Zukunftsperspektiven deutlich geschwächt und in unseren alltäglichen Verpflichtungen massiv behindert werden. Acht von uns  studieren und haben dadurch alle Hände (und den Kopf) voll zu tun den dortigen Anforderungen gerecht zu werden. Drei weitere von uns sind gerade jede freie Minute damit beschäftigt ihre Wohnwägen soweit Winterfest zu bekommen, dass sie auch Regen und Kältedicht sind. Wir stehen auf einem Grundstück, welches unmittelbar nicht benutzt wird und auf welchem wir die letzten eineinhalb Jahre ebenfalls niemanden gestört haben. Eine jetzt so plötzlich angedrohte Räumung belastet uns sehr und kann nicht im Sinne einer sozial-demokratisch geführten Bundeshauptstadt liegen.
 
Dass wir eine Bereicherung und keine Belastung für Wien sind, bezeugen zahlreiche Beiträge in den verschiedensten nationalen sowie internationalen Medien. Mehrmals wurden wir herangezogen und bestimmte Aspekte unseres Projektes in Diplom- und Seminararbeiten bearbeitet. Ob im ORF mit Beiträgen bei Schauplatz, Thema oder Frühlingszeit, in vielen Artikeln österreichischer Tageszeitungen (Kurier, Standard, Presse, Heute, Österreich, …), ob im Radio Ö1 oder im Deutschen Radio SWF 2, Bezirksblätter haben über uns berichtet und das Wirtschaftsblatt ebenfalls. Internationale Presse wie die Norwegische Wochenzeitschrift Helg hat eine mehrseitige Fotoreportage über uns veröffentlicht, über uns wird im Wissenschaftskompass berichtet, so wie in dem sozial relevanten Augustin. Das Hochglanzmagazin Wiener berichtete und ebenfalls der Kulturbezogene Falter. Die Weihnachtsausgabe der Auto Revue widmete uns einen großen Artikel und erwähnte sogar im Editorial wie wichtig unser Projekt für eine bessere Welt wäre. Regelmäßig nutzen Photographen und KünstlerInnen den von uns geschaffenen Kontext um Inspiration zu erhalten und Motive zu finden. Wir wurden auf mehreren Ausstellungen vorgestellt und sind zur Zeit im Architekturzentrum Wien mit einem Hörbeitrag vertreten. Alle diese Beispiele zeigen deutlich, dass wir durchaus eine gesellschaftliche Relevanz haben und ganz offensichtlich ein breites Interesse besteht solche alternativen Sozial-, Kultur- und Wohnprojekte, wie wir eines sind, zu fördern bzw. zu ermöglichen.
 
Wir wollen weder unnötige Kosten verursachen noch irgendwen von anderen wichtigen Aufgaben abhalten. Doch jetzt gerade ist ein Moment gekommen indem wir mit unseren Nerven und unserer Belastbarkeit an eine Grenze stoßen, in welchem wir dringend Hilfe benötigen, indem wir die Zusicherung bekommen nicht plötzlich polizeilich geräumt zu werden.    
 
Mit freundlichen Grüßen,
Wagenburg Hafenstraße

Heute am Dienstag letzte Wagenbar vor der Räumung

Okt
26

Wir zeigen in unserem Beheizten Zelt den Film “For a Moment Freedom”

Es gibt ein großes Lagerfeuer! Erscheint Zahlreich!

Wagenplatz Hafenstraße soll am Mittwoch, den 27.10.2010 geräumt werden!

Okt
26

Die Stadt Wien will die Wagenburg Hafenstraße in den nächsten Tagen ohne offizielle Vorankündigung und innerhalb von wenigen Stunden räumen lassen. So kann und darf das nicht gehen! Wir stehen und wohnen hier seit eineinhalb Jahren. Der Mieter des
Grundstücks hat keine Probleme mit uns und unterstützt uns in Form einer wünschenswerten, nachbarschaftlichen symbiotischen Beziehung. So kam von Seiten der Grundstücksbesitzerin,
der Stadt Wien, bisher keine Verlautbarung, dass unser Aufenthalt hier irgendein Problem darstellen könnte. Aus informellen Quellen haben wir nun erfahren, dass wir in den
kommenden Tagen unauffällig geräumt werden sollen. Dass die Räumung gleichzeitig mit Beginn der rot-grünen Koalitionsverhandlungen vonstatten gehen soll, zeigt, dass wir als
Spielball für politische Machtinteressen geopfert werden.

Kaum sind die Wahlen vorüber, haben Wagenplätze in der Stadt Wien scheinbar keine Daseinsberechtigung mehr. Nach der Wagentruppe Treibstoff vergangenen Donnerstag steht
nun das nächste Wagenplatz-Projekt vor der Räumung.

Die Wagentruppe Treibstoff wurde am 21.10.2010 unangekündigt innerhalb von wenigen Stunden polizeilich geräumt und zahlreiche Wohnwägen sind seit mehreren Tagen unter Verschluss. 15 Personen sind dadurch de Facto von heute auf morgen obdachlos und im Nachkommen ihrer alltäglichen Verpflichtungen stark behindert.

Der Wagenlatz Lobau (die legale Alternative) wurde komplett hinters Licht geführt.
Verträge für ein unverschämt teures Grundstück wurden ausgehandelt, aber die MieterInnen im Unwissen gelassen, dass einen Meter neben der Grundstücksgrenze eine dreijährige,
24-Stunden Großbaustelle aufgezogen wird. Am Morgen des 18.10.2010 wurden die WagenbewohnerInnen von Baumaschinen geweckt.

Wir, die Wagenburg Hafenstraße, haben soeben erfahren, dass uns in den nächsten Tagen das gleiche Schicksal wie der Wagentruppe Treibstoff ereilen soll. Warum die Stadt Wien jetzt droht, uns in kürzester Zeit räumen zu lassen und aus unserem
Leben zu reißen, ist nicht nachvollziehbar. Und warum uns nicht die Möglichkeit gegeben werden soll, eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung zu finden, ist ungerecht
und unmenschlich.
Sollte es in den nächsten Tagen zu dieser Räumungsaufforderung binnen 20 Minuten kommen, wird einmal mehr deutlich wie unmöglich die Forderungen der Exekutive an uns sind.
Wir können aus mehreren Gründen diesen Platz nicht innerhalb so kurzer Zeit verlassen:

1.Stehen wir hier seit 18 Monaten und haben dadurch verständlicherweise nicht all unser Hab und Gut innerhalb von wenigen Minuten fahrbereit
2.Ist die von der Stadt angebotene Alternative im 22. Bezirk ein so kleines Grundstück, dass dort gar nicht alle von uns Platz fänden.
3.Stehen auch wir (alle im Alter von 22 bis 42 Jahren) noch anders im Leben, so dass es uns nicht möglich in so kurzer Zeit einen Umzug zu organisieren.

Wir fordern die Verantwortlichen, Herrn Kauf und Frau Winkler von der MA 69 auf, umgehend mit uns in Kontakt zu treten, um anhängenden Prekariatsvertrag in dieser oder ähnlicher Form zu unterzeichnen. Der Winter steht vor der Tür, auf diesen haben wir uns und unsere Infrastruktur hier, in der Hafenzufahrtsstraße bereits eingestellt. Somit wollen wir zumindest für die kommenden Monate hier stehen bleiben.

Wir laden alle PressevertreterInnen und Interessierte ein, uns in der Wagenburg Hafenstraße besuchen zu kommen. Jeden Tag von 09:00 ? 12:00 oder nach telefonischer Vereinbarung unter der Nummer 0650 561 61 85 bzw. per E-mail hafenstrasze@wagenplatz.at.

Die Wiener Wagenplätze sind ein wichtiger und notwendiger Bestandteil von Wien. Besonders der Standort Hafenzufahrtsstraße 60 ist geeignet einen offenen, vielfältigen und legalen Wagenplatz zu ermöglichen.

Der kurze Sommer der Legalität. (Wagenburg Lobau)

Okt
19

06:28 Uhr, 19. Oktober 2010. Zwei Meter neben meinem Fenster fährt ein Bulldozer.
oder
Nach der Wahl braucht es in Wien keine Wagenburgen mehr.
Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!

So abgedroschen der letzte Satz auch ist, die Realität ist leider genauso derb:
Drei Monate nachdem wir die erste legalisierte Wagenburg auf einem überteuerten Grundstück der Stadt Wien geschaffen haben – zufälligerweise eine Woche nach der Wahl – ist der Frieden wieder vorbei.
Am 18. Oktober 2010 wurden unmittelbar angrenzend an unsere Wagenburg ca. 5000m² des Naturschutzgebietes Lobau zersägt, zerhexelt und plattgemacht. Einen Meter neben uns entsteht für die nächsten 3(!) Jahre eine Großbaustelle. 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, Flutlicht, Lärm und Staub, geplant seit Jahren. Uns wurde das allerdings bis dato verschwiegen, wir wurden hintergangen.
Das bedeutet: die letzten Jahre unserer Verhandlungen, die letzten Monate in denen wir an den behördlichen Bewilligungen und der Herstellung der nötigen Infrastruktur wie Wasser, Kanal und Stromanschlüssen gearbeitet haben und die dazu notwendigen, von uns investierten 15.000.Euro – schwuppdiwupp schwappt alles den Sammelkanal hinunter.
Die Lebensqualität hier ist dahin – wer lebt schon gerne auf der Großbaustelle.
Die Wiener SPÖ, personifiziert durch den Vertreter von Michael „Big Brother“ Ludwig – Ronald Schlesinger – hat uns verarscht, und zwar nach Strich und Faden. Das müssen wir uns eingestehen. Wir haben an den Willen der SPÖ eine Lösung für Wagenbewohner*innen in Wien zu finden geglaubt und bezahlen hiermit unser Lehrgeld. An uns scheitert es nicht, das haben wir bewiesen.

Damit lautet das Resultat nach 4 Jahren öffentliches Wagenleben in Wien
(und 3 Jahren Verhandlungen darüber):
3 besetzte Wagenburgen und keine Legalisierte.
Mit Repression ist zu rechnen, mit Zivilcourage auch.

Pressekontakt Wagenburg Lobau
06507000753
hafenstrasze@wagenplatz.at

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die wohneier hängen euch noch alle ab!

Okt
6